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Mein Ring. Meine Stadt.

Visualisierung von Gehsteig, Fahrrad-Allee und Geh-Alle beim Schottenring Ecke Börsegasse, (c) Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Mehr Platz zum Gehen. Mehr Platz zum Radeln. Mehr Platz für mich.

Die Wiener Ringstraße ist so viel: Stadtleben, Prachtstraße, Verkehr, Ort der Geschichte und Zukunft Wiens. Und das seit über 150 Jahren. Ab Herbst 2026 beginnt ein neues Kapitel: Die Stadt Wien gestaltet die Geh- und Radwege am Ring neu. Sie werden breiter, grüner, schöner und angenehmer für alle Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.

Die Alleen zwischen den Neben- und Hauptfahrbahnen sind noch gemeinsame Geh- und Radwege. Wer hier unterwegs ist, weiß, dass es oft eng und mühsam sein kann. Deshalb schafft die Stadt Wien mehr Platz für Fuß- und Radverkehr. Schritt für Schritt werden die Nebenfahrbahnen und seitlichen Alleen neugestaltet.

Mein Ring für kleine Pausen

Nachher Vorher

Dadurch, dass Rad- und Fußverkehr getrennt werden, macht das unterwegs sein mehr Freude.
Schottenring 18, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Wo kann ich gehen? Wo kann ich radeln?

Wo kann ich gehen? Wo kann ich radeln?

Zu-Fuß-Gehen und Radeln wird angenehmer, sicherer und schöner werden. Warum? Weil aus einer bislang geteilten Allee eine Geh-Alle wird. Aus einer Nebenfahrbahn wird eine Rad-Allee.
Schottenring / Börsegasse, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Beim Schottenring beginnt's

Beim Schottenring beginnt's

Ab Herbst 2026 wird in Etappen gebaut. Los geht es mit dem Abschnitt Schottenring. Von Schottenring bis Schwarzenbergplatz wird die Innenseite und von Schwarzenbergplatz bis Urania die Außenseite des Rings umgestaltet.
© Mobilitätsagentur Wien / Büro Bauer

Mein direkter Weg zum Donaukanal

Nachher Vorher

Von einem gemischten Geh- und Radweg zu einer Rad-Allee. Der breite Radweg bietet viel Platz und ist endlich geradlinig und ohne Verschwenkungen.
Schottenring 2-6, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Meine Geh-Allee für entspanntes Schlendern

Nachher Vorher

Die grüne Allee zwischen Haupt- und Nebenfahrbahn wird auf einer Seite zur Geh-Allee. Das heißt mehr Platz zum Gehen, zum Laufen oder auch einfach nur zum Schlendern.
Schottenring 16, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Der aktuelle Zustand ist eng und unübersichtlich

Der aktuelle Zustand ist eng und unübersichtlich

In der Allee muss der Platz jetzt noch geteilt werden.
© Mobilitätsagentur Wien

So schaut's jetzt aus

Mehr Raum zum Flanieren, Radfahren und Verweilen. Mehr Platz für Menschen.

Breite Gehwege

Breite Gehwege

Breite Gehwege

Wer zu Fuß unterwegs ist, hat am neuen Ring die Qual der Wahl! Entweder man schlendert zwischen der von Bäumen gesäumten Geh-Allee oder auf den neu gestalteten Gehsteigen entlang zusätzlicher Grünbeete. Einfachere Querungsmöglichkeiten erlauben auch zu wechseln - für diejenigen , die sich nicht entscheiden möchten.

Mehr Platz zum Radeln

Mehr Platz zum Radeln

Mehr Platz zum Radeln

Durchgängige Zwei-Richtungs-Radwege sorgen für ein angenehmes und reibungsloses Fahrgefühl. Radler:innen können sich auf geradliniger Strecke, mit weniger Unterbrechungen und neuen Oberflächen bewegen. Die Sandsteinfarbe ist ein guter Kontrast zum Gehweg. Sie hilft bei der Orientierung und schafft Sicherheit. Die Farbe ist eine Anspielung auf die ursprünglich geschotterten Reit-Alleen.

Barrierefreie Oberflächen

Barrierefreie Oberflächen

Barrierefreie Oberflächen

Die Gehsteige werden mit barrierefreien Pflastersteinen neu gestaltet. Das bedeutet, dass Personen mit Rollstuhl, Rollatoren, Kinderwägen und Geheinschränkungen den Ring besser nutzen können. An Kreuzungen sorgen breitere Gehsteige, Leitlinien und neue Querungshilfen dafür, dass sich alle besser sehen und so sicher unterwegs sind.

Liefern & Laden wie bisher

Liefern & Laden wie bisher

Liefern & Laden wie bisher

Das Zufahren für Liefern und Laden ist auch weiterhin möglich. Auch Einsatzfahrzeuge und städtische Dienstleistungs-Fahrzeuge können selbstverständlich jederzeit zufahren. Die Hauptfahrbahnen für den Kfz-Verkehr und den öffentlichen Verkehr bleiben wie gewohnt bestehen.

Mehr Grünflächen und Natursteinpflaster

Mehr Grünflächen und Natursteinpflaster

Neue Grünflächen und Oberflächen

Großzügige Grünflächen und Beete entlang des Gehsteigs und der Rad-Allee sorgen für kühlere Luft und eine angenehme Atmosphäre. Zusätzliche Bäume spenden Schatten und verschönern das Stadtbild. Natursteinoberflächen bieten statt altem Asphalt schönere Wege und Plätze.

Plätze zum Pausieren

Plätze zum Pausieren

Plätze zum Pausieren

Neue Bankerl und Tische schaffen Platz und Raum zum einfachen Verweilen. Zum entspannt Durchatmen und die Mittagspause im Treiben der Stadt verbringen. So wird aus dem Straßenraum Ringstraße ein neuer Platz für Jung und Alt.

Übersichtliche Kreuzungen und Wege

Übersichtliche Kreuzungen und Wege

Die Neugestaltung wurde zusammen mit dem international tätigen Planungsbüro Gehl Architects aus Kopenhagen entwickelt. Dabei wurden die Bedürfnisse der Menschen als Nutzer:innen in den Mittelpunkt gestellt. Der Fokus der Planung liegt auf der durchgängigen, einheitlichen und ansprechenden Gestaltung der Fuß- und Radverkehrsflächen. Außerdem wurden Erfahrungen von anderen Projekten in Wien und anderen großen Städten berücksichtigt. So wirkte das Büro unter anderem bei der Neugestaltung des New Yorker Times Square oder bei Projekten in München und Perth mit.
Schottenring / Gonzagagasse, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / Gehl Architects

Eine Geh-Allee wird ihrem Namen gerecht

Nachher Vorher

Aus dem gemischten Geh- und Radweg wird eine großzügige Geh-Allee. Hier lässt es sich stressfrei Flanieren und im Sommer den Schatten genießen.
Schottenring 2-6, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Mehr Ordnung. Hier finde ich mich zu Recht.

Mehr Ordnung. Hier finde ich mich zu Recht.

Mittelinseln und Pflasterstreifen am Radweg sind für alle nützlich: Sie machen Radfahrer:innen auf Querungsstellen aufmerksam. Fußgänger:innen können einfach und sicher queren. Das verstärkt das Sicherheitsempfinden von allen.
Schottenring / Heßgasse, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Entspannt in den Arbeitstag. Entspannt in den Feierabend.

Nachher Vorher

Statt grauem Asphalt entsteht eine großzügige Geh-Allee und eine tolle Rad-Allee. Hier unterwegs sein macht Freude.
Schottenring 30, 1010 Wien; © Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT

Entdecke den aktuellen Planstand zur Umgestaltung

Die Geschichte der Wiener Ringstraße

Eine Straße von Weltrang

Harald R. Stühlinger - Kunst- und Architekturhistoriker, TU Wien

Die Wiener Ringstraße ist eine der berühmtesten Straßen der Welt, die in einer Reihe mit den Champs-Élysées in Paris, dem Broadway in New York City, dem Newski Prospekt in St. Petersburg und anderen steht. Die Einzigartigkeit dieses großzügigen Straßenzuges liegt darin, dass er wie kein anderer durch Monumentalität, stilistische Vielfalt und beeindruckende Abfolge von kolossalen Staatsbauten und imposanten Privatgebäuden besticht.

Mit dem kaiserlichen Entscheid vom 20. Dezember 1857 begann die Entwicklung Wiens hin zu einer Metropole. Dieser sah vor die Stadtmauer im wahrsten Sinne des Wortes zu sprengen und die Innere Stadt um ansehnliche Bereich zu vergrößern und mit den Vorstädten städtebaulich zu verbinden. Dafür schrieb das k.k. Ministerium des Innern 1858 den ersten internationalen, öffentlichen Städtebauwettbewerb aus, zu dem 85 Projekte zugelassen wurden. Der Masterplan lag 1859 vor und bereits 1860 steckte man den Straßenverlauf am Glacis aus und begann mit der Errichtung der ersten Bauten im Bereich Kärntnerstraße und Rudolfsplatz. Die feierliche Eröffnung lediglich des Bereichs zwischen Schwarzenbergplatz und Burgtor fand am 1. Mai 1865. Die Fertigstellung der gesamten Ringstraßenzone vollzog sich in Etappen, deren letzte erst mit dem Untergang des Kaiserreiches endete. So war das Gebiet der Ringstraßenzone über mehr als 50 Jahre hinweg eine betriebsame Baustelle. 

Die Flächen, auf denen die Stadtmauer stand, sich der Stadtgraben und das Glacis befanden wurden zum größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiet, die wir heute nur mehr von den Umnutzungen ehemaliger Bahnhofsanlagen oder der Seestadt Aspern kennen. Jedoch mit dem wesentlichen Unterschied: die mehr als 200 Hektar waren allerbestes, zentral gelegenes und wertvolles Bauland. Im Zeichen der damaligen Konkurrenz unter den europäischen Residenzstädten, wurden die Wohnpalais, Zinshäuser und Monumentalbauten in eine zeitgemäße städtebauliche Anlage mit repräsentativen öffentlichen Räumen eingebettet. Es wurden Prachtstraßen von Alleen gesäumt, großzügige Platz- und Parkanlagen geschaffen und ein hierarchisch aufgebautes Straßennetz, das verschiedene Formen und Figurationen aufwies, umgesetzt. Hinter allen Planungen stand nicht nur der Wunsch nach einer hygienischen und sicheren, sondern auch das Bedürfnis nach einer modernen, repräsentativen und schönen Stadt, die Orte für die Repräsentation des Adels, aber vor allem des Stadtbürgertums bereitstellte.

Im Wettbewerb war man anfangs noch von einer Breite von 40 Klaftern (etwa 76 Metern) ausgegangen, ausgeführt wurde jedoch eine Breite von 30 Klafter, was immer noch respektablen 57 Metern entspricht. Andere Städte wie München, London und vor allem Paris hatten es bereits vorgemacht, wie repräsentative Straßen, Avenuen und Boulevards auszusehen hätten. Neben Hauptfahrbahnen für Kutschen und Fuhrwerke bedurfte es Nebenfahrbahnen, welche als Zufahrt für die einzelnen Geschäfte und Wohnhäuser dienten. Diese Fahrbahnen wurden durch Grünstreifen mit Bäumen getrennt, denn das Grün fungierte nicht nur zur Verschönerung, es hatte auch hygienische Funktionen: die Alleen spendeten sowohl Schatten wie auch reduzierten sie die Staubbildung im Straßenraum. Zwischen der breiten Hauptfahrbahn und den symmetrisch angelegten Nebenfahrbahnen wurden darüber hinaus auf der Innenseite der Ringstraße eine „Geh-Allee“ für Fußgänger:innen und auf der äußeren Seite eine „Reit-Allee“ für Reiter:innen angelegt, um auch diesen Verkehrsteilnehmer:innen eine geordnete Fortbewegung auf gesonderten Wegen bereitzustellen. Die Reiter:innen waren Teil dieser städtischen Bühne bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg. War zu Beginn die Hauptfahrbahn nur für Kutschen gedacht, änderte sich das zusehends: bald waren auf der Hauptfahrbahn Pferdestraßenbahnen zu sehen. Mitte der 1890er Jahre wurden schließlich auch Fahrräder auf der Prachtstraße erlaubt. War aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens – die schweren Fuhrwerke mussten die Lastenstraße (aka Zweierlinie) benutzen – das Fahren auf der Ringstraße zu Beginn noch mit wenigen Regeln verbunden, galt bei Gegenverkehr zuerst der Linksverkehr, der erst 1938 auf ein Rechtsfahrgebot umgestellt wurde. Die letzte große Änderung fand schließlich im Juli 1972 statt, als man auf der Hauptfahrbahn den Gegenverkehr in eine in Uhrzeigerrichtung verlaufende Einbahn umstellte. 

Die Ringstraße, deren Bezeichnung am Anfang des städtebaulichen Wettbewerbs 1858 noch „Boulevard“ gelautet hatte, wurde aus politischen Gründen alsbald auf seinen heutigen Namen geändert. Die einzelnen Abschnitte des polygonalen Straßenzugs erhielten jedoch unterschiedliche Bezeichnungen, die im Laufe der letzten 160 Jahre sowohl aus politischen wie auch ideologischen Gründen einem steten Wandel unterworfen waren.

Wenn auch die verschiedenen Abschnitte des Straßenzugs mit seinen vier Kilometern Länge nur durch den Franz Josefs-Kai zu einem wahren Ring geschlossen wird, ist die, die ehemalige Innere Stadt umgebende, Ringstraße Lebensader einer pulsierenden Großstadt, Anziehungspunkt für Tourist:innen und fest in das kollektive Bewusstsein der Stadtbevölkerung eingeschrieben und architektonischer Ausdruck einer Ära, die ihren Namen trägt.

Der lange Weg zur Fahrradstraße am Ring

Sandor Bekesi - Stadthistoriker, Kurator, Wien Museum

Die ersten Planungen für eine Radverkehrsanlage entlang der Ringstraße gab es bereits in der ersten Boomphase dieser Mobilitätsform um die Jahrhundertwende. Auf Wiens vornehmstem Straßenzug durfte man mit dem Fahrrad überhaupt erst seit wenigen Jahren unterwegs sein – und tagsüber auch nur in bestimmten Bereichen, hier in der Nebenfahrbahn, dort in der mittleren oder Hauptfahrbahn. Nach einer lebhaften öffentlichen Debatte beschlossen die Stadtverantwortlichen 1899, anstelle der „Reitallee“ (heute: äußere Gehallee), die bis dahin dem Militär vorbehalten war, einen makadamierten Radweg anzulegen [Anm. bedeutet die Straße mittels verschiedenen Lagen von Schotter zu befestigen]. Bürgermeister Lueger änderte jedoch bald seine Meinung und schlug statt einer eigenen „Radfahrallee“ einen (immerhin asphaltierten) „Radlerstreifen“ entlang der beiden Nebenfahrbahnen vor. Doch auch dieser Vorschlag wurde nicht weiterverfolgt. Während an der neu gestalteten Gürtelstraße zur gleichen Zeit einer der ersten kommunalen Zwei-Richtungs-Radwege vom Westbahnhof nordwärts entstand, scheiterte eine solche Velo-Infrastruktur am Ring kurz vor der Realisierung und blieb für lange Zeit bloß eine Vision.

Im sozialistisch regierten „Roten Wien“ der Zwischenkriegszeit wurden trotz wiederholter Forderung der „Arbeiter-Radfahrer“ gar keine Radwege gebaut. Im Vordergrund stand allein die Förderung des öffentlichen Verkehrs. In der Zeit des Austrofaschismus errichtete man immerhin neue Radwege, wenn auch nicht am Ring, sondern vor allem entlang von Ausfallstraßen wie der Lassallestraße, der Triester Straße und der Wientalstraße.

In der Zeit der autofreundlichen Stadt- und Verkehrsplanung nach 1945 wurden sowohl der öffentliche Verkehr als auch der Radverkehr in Wien stark vernachlässigt. Selbst vorhandene Radwege hat man zurückgebaut, um mehr Platz für den motorisierten Individualverkehr zu schaffen. Radfahrende verschwanden nach und nach aus dem Wiener Straßenbild. Somit musste nach einem Paradigmenwechsel Mitte der 1970er Jahre eine Radverkehrsförderung praktisch bei Null beginnen. Ein Ring-Radweg war allerdings auch im geplanten Radwege-Grundnetz von 1983 lediglich unter „längerfristige Maßnahmen“ vorgesehen. Einschlägige Forderungen von Radfahrerverbänden oder einzelnen Oppositionsvertretern blieben ungehört. Dies geschah zu einer Zeit, in der Radfahrende am Ring ausschließlich die Hauptfahrbahn benutzen durften – sofern sie sich auf diese Selbstgefährdung zwischen Straßenbahnen und Autokolonnen einließen… In der kommunalen Planung und Politik verstand man Radfahren damals hauptsächlich als Freizeit- und Sportaktivität und nicht als alltagstaugliche Fortbewegungsmöglichkeit. Erst eine Intervention von Helmut Zilk, seit 1984 Bürgermeister und Förderer des Radfahrens, beschleunigte die Errichtung des Radwegs „Ring-Rund“ (einschließlich Franz-Josefs-Kai). So konnte der erste Abschnitt zwischen Burgtheater und Oper am 31. Juli 1985 eröffnet und die mehr oder weniger komplette Strecke am 26. Juni 1987 für die Erstbefahrung durch das Stadtoberhaupt selbst freigegeben werden. Wohlgemerkt verlief der erste Ring-Radweg noch nicht auf beiden Seiten des Straßenzugs, mit all den praktischen und verkehrsrechtlichen Implikationen einer solchen Halblösung. Aus heutiger Sicht ebenfalls bemerkenswert: Rund ein Fünftel der Kosten bestritten dabei Firmen wie Coca-Cola oder Schöps im Zuge einer Sponsoringaktion.

Der Ring-Radweg, der meistbefahrene und symbolisch wichtige Radweg Wiens, stand von Anbeginn an in der Kritik. Bezeichnungen wie „gefährlicher Fleckerlteppich“ oder „Fußgänger-Belästigungs-Radweg“ zeugen von der öffentlichen Meinung. Das Grundproblem des bestehenden Ring-Radwegs – trotz zwischenzeitlicher Erweiterungen und Verbesserungen – ist wohl, dass er die althergebrachte Hierarchie der Fortbewegungsarten nicht infrage stellt und die Radverkehrsanlagen hauptsächlich auf Gehwegen unterbringt. Während für den motorisierten Individualverkehr gegenwärtig bis zu neun Fahrstreifen am Ring reserviert sind, einschließlich Haupt- und Nebenfahrbahnen, müssen sich Fuß- und Radverkehr immer wieder dieselben Flächen konfliktträchtig miteinander teilen.

Die aktuellen Planungen bedeuten in dieser Hinsicht ein Novum und möglicherweise einen Wendepunkt: Erstmals sollen große Teile des Ring-Radwegs auch in den bis jetzt von Autos dominierten Nebenfahrbahnen und nicht auf Kosten der schwächsten Verkehrsteilnehmer:innen entstehen. Damit wird Radfahrenden endlich jener Platz im Straßenraum der Ringstraße eingeräumt, der ihnen im Sinne einer umweltfreundlichen Mobilität gebührt.

Historische Bilder vom Ring

Meine wichtigsten Antworten zum Projekt

Wie kann man sich die Neugestaltung vorstellen?

Der Fokus liegt auf der durchgängigen, einheitlichen und hochwertigen Gestaltung der Fuß- und Radverkehrsflächen. Abschnittsweise wird die seitliche Allee künftig ganz den Fußgänger:innen gehören. Die dazugehörige Nebenstraße wird zur Rad-Allee. Von Schottenring bis Schwarzenbergplatz wird die Innenseite und von Schwarzenbergplatz bis Urania die Außenseite des Rings umgestaltet. 

Fuß- und Radverkehr bekommen dadurch klar getrennte Bereiche und deutlich mehr Platz. Neuen Grünflächen, Bänke und Spielelemente ergänzen die Neugestaltung. Durch die Neuordnung wird der Ring für alle, die zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren, übersichtlicher, sicherer und besser benutzbar. Aber auch Autofahrer:innen, profitieren durch Kreuzungen, die besser einsehbar.

Die Hauptfahrbahnen für den Kfz-Verkehr und der Bereich des öffentlichen Verkehrs werden wie gewohnt bestehen bleiben.

Welche Verbesserungen gibt es für Radfahrer:innen?

Grundsätzlich gibt es entweder einen Zwei-Richtungs-Radweg oder abschnittsweise Fahrradstraßen. Der Radweg wird mit wenigen Ausnahmen 4 - 4,5 Meter breit sein.  Durchgängige Zwei-Richtungs-Radwege sorgen für ein angenehmes und reibungsloses Fahrgefühl. Radler:innen können sich auf geradliniger Strecke, mit weniger Unterbrechungen und neuen Oberflächen bewegen. Die Sandsteinfarbe ist ein guter Kontrast zum Gehweg. Sie hilft bei der Orientierung und schafft Sicherheit. Die Farbe ist eine Anspielung auf die ursprünglich geschotterten Reit-Alleen.

Welche Verbesserungen gibt es für Fußgänger:innen?

Der geteilte Geh- und Radweg in der Allee gehört in Zukunft nur den Fußgänger:innen. Das bedeutet mehr Platz, weniger Engstellen und sichere Querungen. An Kreuzungen sorgen breitere Gehsteige, Leitlinien und neue Querungshilfen dafür, dass sich alle besser sehen. Zusätzlich dazu wird auch der bestehende Gehsteig verbessert. Dieser wird mit barrierefreien Pflastersteinen neu gestaltet. Das bedeutet, dass Personen mit Rollstuhl, Rollatoren, Kinderwägen und Geheinschränkungen den Ring besser nutzen können. Neue Grünbeete verschönern und kühlen die Straße. Außerdem schaffen neue Bänke, Tische und Spielelemente Raum zum Verweilen.

Was bedeutet das für die Hauptfahrbahn des Rings - den Autoverkehr und die Öffis?

Die Hauptfahrbahnen für den Kfz-Verkehr und der Bereich des öffentlichen Verkehrs werden wie gewohnt bestehen bleiben.

Können Einsatz-, Liefer-, und städtische Dienstleistungsfahrzeuge weiterhin zufahren?

Die Zufahrtsmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge, Lieferfahrzeuge und städtische Dienstleistungs-Fahrzeuge bleibt selbstverständlich bestehen.

Wann beginnen die Bauarbeiten?

Die Bauarbeiten beginnen im Herbst 2026 beim Schottenring. Zwischen der U-Bahn-Station Schottentor und dem Donaukanal wird die Innenseite des Rings neugestaltet. Über die einzelnen Baustellen wird rechtzeitig gesondert informiert.

Wird der Verkehr auf der Hauptfahrbahn oder die Öffis durch die Baustelle des ersten Abschnitts beeinträchtigt?

Nein. Durchfahrten, Zufahrten, Zugänge zu Hauseingängen und Garagen bleiben während der Bauarbeiten möglich. Abschnittsweise kann es wie bei allen Baustellen zu Einschränkungen kommen.

Wann werden die anderen Abschnitte im Detail präsentiert?

Sobald die Detailplanungen durch die Dienststellen der Stadt abgeschlossen sind, werden die anderen Bauphasen zeitgerecht vor dem Bau der Öffentlichkeit präsentiert.

Wird die Planung zur verkehrsberuhigten Inneren Stadt berücksichtigt?

Ja die Planung zur Verkehrsberuhigung der Inneren Stadt wird berücksichtigt.

Wie kann man sich über den Stand der Planung informieren?

An zwei Tagen, am 8. und 9. April 2026, jeweils zwischen 16.30 und 19.30 Uhr können sich Interessierte im Ringturm - Schottenring 30, 1010 Wien, Ausstellungszentrum Erdgeschoss - bei einer Informations-Ausstellung die Planungen ansehen und mit dem Planungsteam sprechen.

Meine zusätzlichen Fragen zum Ring

Bei weiteren Fragen zum Projekt schreibe gern eine Mail an meinring@mobilitaetsagentur.at

Mit dem Rad und zu Fuß unterwegs in Wien